Café Temelín - nie wieder heimat
Österreichs Vertriebenenverbände zwischen Rechtsextremismus und Parlamentarismus

Die österreichischen Vertriebenenverbände, allen voran die Sudetendeutsche Landsmannschaft Österreichs (SLÖ), haben sich zum Dreh- und Angelpunkt einer geschichtsrevisionistischen Landschaft und einer mit ihr verknüpften völkischen Diskursbelebung gemausert. In ihrem Zentrum, dem Haus der Heimat in Wien, sprechen mal einschlägige Holocaustleugner, dann dient das Gebäude z.B. wieder einer Vorwahlveranstaltung Andreas Mölzers. Führende Repräsentanten der Berufsvertriebenen sprechen im Parlament, um Monate später auf einem Treffen namhafter Rechtsextremisten in Kärnten zu referieren. Sie produzieren Unterrichtsmaterial für die Mittelschulen oder Besuchen wissenschaftliche Tagungen, um dort ihre Propaganda zu verbreiten oder unliebsame Referentinnen zu stören. Dies alles geschieht in Österreich mit tatkräftiger und finanzieller Unterstützung von ÖVP, FPÖ oder SPÖ und unter wohlweislicher Ignoranz einer - ohnehin dünn gesäten - linksliberalen Mitte.

Café Temelín entstand als Projekt zur Thematisierung der österreichischen Vertriebenenverbände im Kontext des historischen Revisionismus und der Debatte um das tschechische Kernkraftwerk Temelín.

www.cafe-temelin.net